Krankhaft realitätsferne Entgleisungen durch geistige Zeitmanipulationen

Einleitung

Die Motivation für diese Ausarbeitung ist ganz einfach: Dass man über alle grundlegenden Daseinszusammenhänge doch eigentlich einigermaßen zuverlässig Bescheid wissen könnte, wenn es da nicht so viele Fehlinformationen gäbe. „Daseinszusammenhänge“ – damit meine ich eine Kenntnis über alles, was tatsächlich wahrnehmbar vorhanden ist oder was durch ein intensives Erforschen als „ein gesichert zu konstruierendes“ Gut ermittelt werden kann… Gradmesser für „Realitätsorientierung“ soll hier also sein – ein mögliches Abgleichen aller Wissensinformationen mit den tatsächlich erfahrbaren oder auch nur tatsächlich möglichen Daseinsinhalten.

Die Fehlinformationen, denen man hier „ganz elementar“ ausgesetzt ist, kommen sehr verfestigt vor allem in folgenden Bereichen zustande:

Ganz entscheidend bei allem ist hier ein grundlegend verbreitet völlig falsches Zeitverständnis. Auf die Spitze getrieben lässt sich dies nachweisen bei einer fehlerhaften „Zeit-Auffassung“ in den Naturwissenschaften.

Ein „Nebenbereich“, der hier zu einem fehlerhaften Realitätsverständnis führt, hat mit der grundlegenden Aussagekraft der Mathematik zu tun; hier wird oft verwechselt was sich rein mathematisch berechnen lässt mit der „konkreten Berechenbarkeit“ bei allen tatsächlich vorhandenen Daseinsbestandteilen überhaupt.

Ein ganz spezieller Bereich in Sachen „Realitätsorientierung“ ist das Religiöse: Hier gibt es in grundlegenden Fragen die erstaunlichsten Fehlorientierungen in eklatantesten Ausuferungen.

Ich beginne zu allem aber mit einer „Schlüssel-Erkenntnis“ für den „Mechanismus“ aller Fehlinformationen – dem verbreitet verfestigten Irrtum über das Wesen der Zeit.        

Grundkonzept einer kritischen Einschätzung zu einem aktuell gültigen Weltbild

Ich beschäftige mich intensiv mit der von mir vertretenen Feststellung, dass „Zeit“ als eine physisch-materielle Größe nirgendwo existiert; „Zeit“ hat ganz allein die Realität: Es handelt sich um die „immaterielle Befähigung“ aller organischen Lebewesen, durch innere molekulare Speicherungen das rein materielle Ablaufgeschehen in zeitlichen Ausdehnungen abrufbar zu machen; der Mensch hat hierzu in einer speziellen Erweiterung dieser Befähigung das Vermögen, sämtliche „zeitlichen Ausgestaltungen“ bewusst außerdem auch noch in alle nur irgend möglichen spekulativen Ausformungen „verfremden“ zu können.

Wenn es überhaupt zu auch den abstrusesten Daseinsvorstellungen unter den Menschen kommt, dann – behaupte ich – immer unter Ausnutzung des Mediums „Zeit“: Weil alles, was der Mensch wahrnimmt, in scheinbar tatsächlich vorhandenen Zeit-Ausdehnungen vor sich geht, vermag der Mensch alle nur irgend bewusst zu verarbeitenden Geschehnisse im Sinne von beliebig zu interpretierenden Zeitereignissen auszudeuten – auch wenn es hierbei im Extrem sehr oft auch auf die absurdesten Vorstellungen hinausläuft. Und wenn dabei dann die absurdesten Denkwelten erfunden werden, dann gebrauche ich hierbei durchweg die Wertung „krankhaft“.

Maßstab für derartige Einschätzungen muss immer die im weitesten Sinn tatsächlich wahrnehmbare Realität sein – alles darauf ausgerichtet, ob hier die jeweils eigenen Einschätzungen mit der tatsächlichen Beschaffenheit des erforschbar Daseienden in höchster Annäherung in Übereinstimmung zu bringen sind oder ob die eigenen „Denkwelten“ mit der tatsächlichen Beschaffenheit des tatsächlichen Daseinsgeschehens kaum noch etwas zu tun haben. (Ich nenne diese gedankliche Vorgehensweise „Denkpragmatik“; jedes im Grunde nur haltlos spekulative Philosophieren lehne ich als völlig unergiebig ab.)   

Realitätsverweigerung durch Verblendungen in Naturwissenschaft und Mathematik 

Aus den von mir gewonnenen Erkenntnissen über eine zutreffende Einschätzung zum „Wesen der Zeit“ ergibt sich deutlich eine entschiedene Konfrontation zu elementaren Grundauffassungen in den Naturwissenschaften.

Ein grundlegender Orientierungsversuch dabei: Bei allen naturwissenschaftlichen Forschungsergebnissen bleibt doch immer die Frage - verhält sich die wahrzunehmende Realität tatsächlich exakt so, wie wir es zu berechnen vermögen? Oder verhält sich das tatsächlich real Vorhandene dagegen in einer völligen Eigengesetzlichkeit, die wir allenfalls in (höchsten) Annäherungen berechnen können?

Diese Unterscheidung bedeutet eine absolute Weichenstellung in Richtung einerseits Fehlerhaftigkeit, Irrtum, „Holzwegorientierung“. Und andererseits fortgesetztes weiteres „Erforschen-Können“ aller tatsächlich aufzuspürenden Daseinszusammenhänge. - Eine Ursache für die Verblendung in der Mathematik: Wir beherrschen die Mathematik bis in die letzten Feinheiten und kommen damit zu dem Fehlschluss: Alles ist wahr und wahrhaftig, was sich mathematisch entwickeln lässt… Bezogen auf das reale Daseinsgeschehen erweist sich die Mathematik im besten Fall aber nur als die (immaterielle) Befähigung, rechnerisch die jeweils tatsächlich materiell vorhandenen Zusammenhänge annähernd zutreffend erfassen zu können. 

Die Rache des Göttlichen – eine Fabel nach Art der Fantasy-Literatur

Vieles spricht dafür, dass es hinter allem wahrnehmbar Vorhandenen noch etwas Göttliches geben mag. Ich wage mich daran, dieses mögliche Göttliche in einer sehr eigenen Deutung entfernt verstehbar werden zu lassen.

Das Göttliche ist einfach da; mit seiner Anwesenheit bestimmt es das Ausmaß des eigenen Daseins; für dieses Dasein muss es keinen Anfang und keine weitere Herkunft geben.

Wir erleben unsere Daseinswirklichkeit als etwas, das das Vorhandensein von etwas Göttlichem nicht unbedingt ausschließt. So jedenfalls die Grundhaltung religiös geprägter Menschen.  

Aber wie verträgt sich unser Wissen über die tatsächlich wahrnehmbar beschaffene  Daseinsrealität mit all den Vorstellungen, die sich im Lauf der gesamten Menschheitsentwicklung über die Beschaffenheit des Göttlichen gebildet und verfestigt haben?

Ich versuche mir vorzustellen, was man sich dazu nach heutigem Wissens-Stand einigermaßen schlüssig zusammenreimen kann.

Der Beginn der Fabel demzufolge: Das Göttliche ist uns in Sachen „exaktes Wissen“ völlig unbekannt, es gibt kein Wissen über eine genau zutreffende Namensgebung, auch kein Wissen darüber ob dem Göttlichen irgendeine „Geschlechtlichkeit“ zuzuschreiben ist – alles entzieht sich jeder verlässlichen Gewissheit.

Und doch haben sich in unserer Menschenwelt immer wieder einige Menschen angemaßt, im Namen des Göttlichen ewige (!) Wahrheiten zu verkündigen.

Und da beginnt die eigentliche Problematik: Muss alles zu jeder Zeit so hinzunehmen und zu akzeptieren sein, wie es erstmals „verkündet“ wurde?

Um diese Problematik scharf herauszuarbeiten heißt meine Fabel daher „die Rache des Göttlichen“: Es mag ja für den „unwissenden“ Menschen immer dieses Spannungsfeld gegeben haben, einerseits ungeheuer vielen rätselhaften Daseinsvorgängen ausgesetzt zu sein und dabei andererseits nach letzten Verursachungen für alles zu suchen. Aber dass dabei immer wieder diese ungeheuer überhebliche Anmaßung geschah und geschieht, sich völlig in dem Besitz ewiger göttlicher Wahrheiten zu wähnen – das halte ich doch für eine  übermäßige Herausforderung des Göttlichen (- das Göttliche in meiner Fabel nur mal als etwas tatsächlich Existierendes vorausgesetzt).

Das Göttliche soll hier also verstanden werden als die Schöpfungskraft hinter allem, was wir heute mit einigem Wissen und einiger Vernunft als Quell unserer Daseinswirklichkeit zu erahnen vermögen. Und da muss es uns ja wirklich „den Atem verschlagen“. Wer hätte es denn noch vor einigen Jahrhunderten überhaupt für möglich gehalten, über welche ungeheuer gewaltigen und völlig unausmessbaren Dimensionen des inzwischen erforschbaren Universums das Göttliche völlig mit der ihm eigenen Schöpfungskraft schaltet und waltet?

Das Göttliche mag also dem Menschen immer nachsehen, dass es ihm auf keiner Entwicklungs- und Erkenntnis-Stufe gelungen ist, mit seinem „menschlichen Unvermögen“ alle Daseinsvorgänge absolut völlig zu erfassen.

Aber eines muss dem Göttlichen zutiefst zuwider sein: Dass sich ein Mensch zu irgendeiner Zeit oder in irgendeiner Erden-Weltregion anmaßt, auf Punkt und Komma genau darüber informiert zu sein, was jeder einzelne Mensch bei jeglicher Handhabung als „göttlich Gewolltes“ zu beachten habe (- so meine Fabel).           

Und hier stelle ich mir jetzt die Rache des Göttlichen vor: Das Göttliche ist „alles nur irgend Vorhandene“ und zugleich Schöpfungskraft zu allem, was aus diesem so Vorhandenen nur irgend hervorzubringen ist. Bei diesem Schöpfungsgeschehen ist unter anderem auch der Mensch entstanden (vorweg dabei so auch die Sternenentstehung und damit auch das Zustandekommen des „Sternenstaubs“, also das Zustandekommen des Baustoffs für alles Lebendige…). Und diesem Menschen hat das Göttliche für seinen eigenartig geformten blauen Planeten im weiten All die Befähigung mitgegeben mit Einsichtsvermögen und Vernunft Zusammenhänge in den gesamten Schöpfungsergebnissen erkennen zu können. Und dazu hat das Göttliche dem Menschen dabei auch die Freiheit gegeben, das Beste aus dieser Befähigung zu machen…

Das Resultat kennen wir: Es ist in sehr markanten Ausuferungen dumm, fürchterlich und grausam, was alles unter Berufung auf das Göttliche von Menschen gegen Menschen bislang angerichtet wurde.

Der Mensch hat durch das Göttliche die Befähigung bekommen  alle tatsächlichen Zusammenhänge zu dem „göttlich Erschaffenen“ in der ihm jeweils möglichen Einsichtsfähigkeit erforschen zu können (so meine Fabel). Und was geschah dazu unter den Menschen? Unter Berufung auf „Gott will es so!“ wurde das vom Göttlichen erschaffene menschliche Entfaltungsvermögen von einer vermeintlich gottgefälligen und im Sinne des Göttlichen wirkenden machthungrigen Priesterschaft aufs Übelste geknechtet, missbraucht und vergewaltigt.

Das Göttliche (so meine Fabel) hat hier nie unmittelbar eingegriffen; die von ihm erschaffenen Menschenwesen hatten generell alle Begabungen aus ihrem Erdendasein das Beste zu machen. Aber in blinder Überheblichkeit und auch in einem entschieden rücksichtslosem Machtstreben nutzten Viele unter „Berufung auf Gott will es so!“ alle sich überhaupt bietenden Möglichkeiten, die generell vorhandene Befähigung zu vernünftige Einsicht im Keim zu ersticken. In der gesamten Menschheitsgeschichte fand sich dafür immer eine Priesterkaste, die hier in einem irrsinnigen Wüten keine Grenzen kannte.

Das Göttliche (so meine Fabel) hat dies alles zugelassen; es gab doch immer wieder die einzelnen „Wahrheit suchenden Menschen“, die sich mit den ihnen verliehenen „göttlichen“ Befähigungen in „göttlichen Dingen“ nicht der Willkür der Priesterkaste unterwarfen; sie zeigten auf, wie ein Zusammenleben ohne jeden „Gotteswahn“ viel erträglicher sein konnte. Und so überließ das Göttliche (- meine Fabel!) die Menschen sich selbst – mit einer ganz simplen aber sehr wirkungsvollen Rache: Alles, was im Miteinander in einer blinden Berufung auf „Gott will es so!“ unternommen wurde, führte zu dem fürchterlichsten Gräuelgeschehen…

Die Gottesfrage – anscheinend eine harte Nuss für die Naturwissenschaften

In der Form einer Fabel habe ich gerade skizziert, wie ungeheuer wenig wir wirklich darüber wissen können, was es mit dem Göttlichen auf sich haben mag. Und was sich hierzu allenfalls allgemeingültig vertretbar erahnen lässt – inwieweit es nämlich etwas Göttliches neben unserer wahrnehmbaren Wirklichkeit geben mag oder aber auch als etwas zusätzlich Existierendes völlig auszuschließen ist.

Es gibt hierzu zwei völlig unterschiedliche Vorgehensweisen in den Naturwissenschaften mit dabei jeweils dann auch zwei sehr speziellen Schwachstellen.

Ich selbst habe keine wissenschaftliche Ausbildung. Aber ich weiß dennoch zumindest, was man von einem Wissenschaftler eigentlich unbedingt erwarten darf: Zu einem bestimmten Wissensbereich möglichst sämtliche elementar wichtigen Fakten zu kennen.

Es sollte so eigentlich ein Wissenschaftler dahingehend „geprägt“ sein jedem möglichen Wissensgebiet von allgemeingültiger Bedeutung überhaupt immer auch in einer kritischen Grundhaltung gegenüber zu stehen.

Bezogen auf den Naturwissenschaftler bedeutet das: Er sollte eigentlich immer Rechenschaft darüber ablegen können, ob sein eigenes grundlegendes Weltverständnis mit jedem als einigermaßen vernünftig einzuschätzenden Weltbild in Übereinstimmung zu bringen ist.

In diesem Zusammenhang möchte ich mich speziell mit der „Gottesfrage“ beschäftigen.

Denn hier sollte es doch immer das große Fragezeichen geben: Wie verträgt sich ein „aktuell“ einigermaßen gefestigtes naturwissenschaftliches Weltbild mit irgendwelchen Glaubensvorstellungen, die „verbindlich“ ein universelles Weltverständnis zu vermitteln suchen?

Ich meine es sollte ganz einfach feststehen, dass bei einer derartigen Sichtweise speziell dem christlichen Gottesverständnis überaus wenig abzugewinnen ist: Alles dreht sich hier im Wesentlichen vor allem um eine in menschlicher Erbsünde verankerte Religion, die die Erlösung durch den Gottessohn „Jesus“ als unbedingte Voraussetzung für eine vor Gott ‚Gnade findende Existenzform‘ überhaupt. Das alles ist überlastet und überfrachtet von einem absolut realitätsfremden Glaubensgut, das mit der tatsächlich erforschbaren Beschaffenheit unserer Daseinswirklichkeit unmöglich in Übereinstimmung zu bringen ist.              

Und trotzdem wird das Christliche einfach so „geglaubt“.

Natürlich wird das Christliche gerade aus eben diesen Gründen mit etwas vernünftiger Einsicht und bei Kenntnis gravierender historischer Zusammenhänge nicht geglaubt.

Und hier stoßen wir auf eine „Schein-Problematik“: Überaus uneinsichtig wird die „Gottesfrage“ generell beständig gleichgesetzt damit, ob der „Christen-Gott“ vereinbar ist mit einem vernünftig gefestigten Daseinsverständnis nach dem aktuellen Erkenntnisstand der Naturwissenschaften.

Man sollte in diesem Punkt doch eigentlich einzusehen bereit sein, dass wir es hier mit zwei absolut unterschiedlichen „Erkenntnis-Herausforderungen“ zu tun haben: Erstens - ob die Existenz des „Christen-Gottes“ mit einem vernünftig begründbaren Wirklichkeitsverständnis vereinbar ist. Und zweitens – ob die „Gottesfrage“ einzig und allein damit steht und fällt, zu welchen Einschätzungen man bei der Beurteilung der Vereinbarkeit des „Christen-Gottes“ mit einer vernünftigen Einschätzung unserer Daseinswirklichkeit kommen sollte.

Die Einengung naturwissenschaftlicher Auseinandersetzungen einzig und allein auf die Beschäftigung mit dem „Christen-Gott“ geht völlig an der entscheidenden Grundproblematik vorbei: Ob Göttliches überhaupt existent sein kann oder nicht.

Hierzu habe ich mich bereits in einer Ausarbeitung zu DER GOTTESWAHN von Richard Dawkins beschäftigt. Unter www.kant-kosmos-reales.de die Fragestellung, ob eine Beweisführung zuverlässig ist in der Richtung, dass alles „Religiöse“ überhaupt niemals einen Anteil am menschlichen Daseins haben sollte.     

Hier kurz eine Art Quintessenz, warum Dawkins mit seiner „absolut atheistischen Einstellung“ nicht überzeugt.  Dawkins benutzt hierbei den ganz simplen Kunstgriff das gesamte tatsächliche Wirklichkeitsgeschehen auf das rein materiell Erforschbare reduzieren zu wollen. Und genau hier hat ein „naturwissenschaftlich begründeter Atheismus“, wie es von Dawkins ‚propagiert‘ wird, eine entscheidende Schwachstelle.   Denn wir vermögen zwar ganz offenkundig mit einer uns eigenen geistigen Befähigung bestimmte wahrzunehmende Zusammenhänge denkend zu verstehen - aber warum wir überhaupt diese Befähigung haben, dazu darf es (offenkundig lt. Dawkins) kein weiteres Fragen geben. Die Problematik und das Paradoxon hier: Mit einer derartigen Fragerei würden wir unausweichlich an einen Denkbereich stoßen, der uns zwar unabweisbar zu Enträtselungsversuchen herausfordert, für den es aber keine absolut abschließenden Enträtselungen gibt. Der Kunstgriff von Dawkins (eigentlich nur ein allzu leicht durchschaubarer Trick) besteht also darin: Wir stehen hier vor einem eindeutig beschreibbaren Phänomen – beschreibbar als „das Denkvermögen“. Wir erklären jetzt aber gerade aus unserer geistigen Befähigung heraus (nämlich im Besitz des Denkvermögens zu sein), dass dieses Denkvermögen niemals voll ausgeschöpft werden darf – nämlich ganz einfach immer dann nicht, wenn wir mit unserem „Erforschen aller wahrnehmbaren Zusammenhänge“ an Grenzen stoßen. Die Grenzen werden nach Dawkins – denkend – wie folgt festgelegt: Erforscht werden darf überhaupt alles, was sich nur irgend in seinen erforschbaren Wirkungsweisen denkend erklären lässt, also kurz gesagt „wie alles überhaupt nur funktioniert“. Es darf nicht gefragt werden, warum aber alles so funktioniert wie es funktioniert, warum alles überhaupt das Vermögen hat so zu funktionieren wie es funktioniert. Der Denkvorgang, der sich mit derartigen Fragestellungen beschäftigt, hat also (lt. Dawkins) überhaupt nicht vorhanden zu sein; er ist zwar als ein eindeutig bestimmbares Phänomen existent – aber sein Vorhandensein ist (in einer rein geistigen Ausdeutung in der Vorgehensweise von Dawkins) nicht zulässig.      

Es mag sein, dass ich hier die „Atheismus-Dogmatik“, wie sie von Dawkins verfochten wird, überspitzt überinterpretiere. Das soll und darf der großartigen Leistung des Wissenschaftlers Dawkins keinen Abbruch tun. Denn  Richard Dawkins arbeitet mit DER GOTTESWAHN völlig unabhängig von jeder „weltanschaulichen Wertung“ auf bewundernswerte Weise heraus, warum und inwieweit alles wissenschaftlich-religiöse „Spekulieren“ heute nur noch völlig unergiebige Grenzüberschreitung ist bei jeder nur irgend ernstzunehmenden Forschungstätigkeit. Da wiegt es nicht schwer, dass er hierbei in letzten „immer offenen Fragen“ den Bogen überspannt.     

Orientierungsoffenheit als allgemeingültige Voraussetzung für eine grundlegend vernünftige Daseinswahrnehmung

Ich komme zurück auf die „Denksperren“ in grundlegend wichtigen Fragen und behaupte: Ein ganz erheblicher Grund dafür ist die fehlerhafte Einschätzung der Zeitwahrnehmung.

Wir unterliegen dem Irrtum, als sei unsere Zeitwahrnehmung ein einigermaßen exaktes Spiegelbild all dessen, was sich über ungeheuer weite oder auch nur über scheinbar kurze Zeitspannen tatsächlich ereignet.

Tatsächlich gibt es im „physisch-materiellen“ Geschehen aber keine echten Zeitspeicherungen. Die Zeitspeicherungen, die wir wahrnehmen und die unser Dasein begleiten, kommen ganz allein durch unser eigenes Erinnerungsvermögen, durch unsere Denkfähigkeit zustande. Und hier müssen wir jetzt alle Vorsicht walten lassen, um nicht durch fehlerhafte Einschätzung all dieser „gespeicherten Daten“ bei all unseren Orientierungsmöglichkeiten in die Irre geleitet zu werden.    

In den Naturwissenschaften tut sich hier nur allzu häufig diese Denkfalle auf: Alle gewonnenen theoretischen Forschungsergebnisse werden durch „Extrapolation“  ausgeweitet auf alles, was sich nur irgend aus den bisherigen „etablierten“ Theorien fortentwickeln lässt; die Denkfalle dabei – alle bisher entwickelten Theorien gelten immer irgendwie als „sakrosankt“. 

Maßstab sollte hier immer sein die Rückversicherung durch ein Abgleichen mit allen Vorgängen der faktischen Daseinsbeschaffenheit.

Ich möchte das in der abschließenden Zusammenfassung noch weiter vertiefen – nämlich die Bedeutung dieser Anschauungsweise für ein „gesichertes Forschen“ überhaupt.

Doch noch einmal einiges über die Einflussnahme des Religiösen auf unsere  Lebenswirklichkeit. Hier gibt es ein überaus gestörtes Verhältnis zur Realität. Die Repräsentanten der verschiedenen Glaubensrichtungen arbeiten mit dem von ihnen verkündeten Glaubensgut zu allem, was uns als Wissensstoff geläufig ist, immer mit einer „magischen Größe“; es handelt sich um das „Geistige“. Dieses „Geistige“ ist nirgendwo tatsächlich fassbar – außer in den von uns selbst geschaffenen Vorstellungswelten. Sofern es hier nämlich eine echte Verknüpfung mit „materiell abgesicherten“ Umsetzungen gibt, ist „Geistiges“ allerdings immerhin die selbstverständlichste Erscheinung unseres Alltagslebens.  Sehr  konkret:  „Geistiges  Eigentum“  beherrscht  die  Konfliktlagen   um

Patente, Nutzungsrechte usw. Aber wenn „Geistiges“ dagegen (‚religiös‘) allein in einer „überaus weltfernen Innenschau“  nur zu einem „spekulativen Selbstzweck“ wird, dann verliert es jeden realen Gehalt.

Dieses „Geistige“ erlangt in der religiösen Handhabung eine sehr merkwürdige Beschaffenheit – es ist im religiösen Verständnis „irgendwie unstofflich“ immer und überall allgegenwärtig. Es hebt sich ab von allem rein Materiellen, rein Stofflichen – und soll trotzdem als „tatsächlicher Bestandteil“ unserer Daseinswirklichkeit verstanden werden. Und das führt zu einem völlig hoffnungslosen Durcheinander: Geistiges soll als etwas unbedingt Daseiendes verstanden werden und zugleich keine „materiellen Daseinsbestandteile“ haben.

Bei soviel spekulativer Unverbindlichkeit erweist sich dieses Geistige als ein beliebig willkürlich verformbares Manipulationsmedium.

Abschließende Anwendung in einer Zusammenfassung

 Jeder Mensch darf es als eine Herausforderung ansehen, mit seinem Wahrnehmen der Daseinswirklichkeit eine allgemeingültig vertretbare Lebensentfaltung anzustreben. Aus „empirisch gesammelter Erfahrung“ weiß man, dass die Menschen bei ihrer Daseinsgestaltung die oft individuell vielfältig unterschiedlichsten Zielsetzungen verfolgen. Was hier vertretbar, was unvertretbar ist, das sollte immer einer möglichst vorurteilsfreien ethischen Wertung überlassen bleiben. Um aber überhaupt bei allem die „sachlich zutreffenden Rahmenbedingungen“ einhalten zu können sollte es „ganz neutral“ immer ein Hauptanliegen sein sich bei allen Orientierungen nicht von fehlerhaften Einschätzungen und Irrtümern leiten zu lassen.    

Hierzu dann von mir als ganz konkrete Herausforderung meine jüngste Auslobung von 8.000 € für die Beweisführung, dass die verbreitet vertretene Auffassung von einer tatsächlich physisch-materiell existierenden Zeit nachweislich zutreffend ist ( - die Höhe des Preisgeldes soll hier überhaupt nicht von gravierender Bedeutung sein; es handelt sich hier einfach nur darum, die Ernsthaftigkeit meiner Behauptungen zu untermauern).

Es geht bei allem hier erneut auf den Punkt gebracht um Folgendes: Im tatsächlichen Daseinsgeschehen haben wir es immer nur mit unablässig ablaufenden Veränderungsvorgängen in räumlicher Ausdehnung zu tun. Diese Veränderungsvorgänge  können wir in eigenen inneren molekularen Abspeicherungen (wie überhaupt jedes Lebewesen) wahrnehmen und als Zeitspannen, Zeitdehnungen in immaterieller Form zur Anwendung bringen.

Wir vermögen jetzt in „immateriellen Berechnungen“ alle messbaren und ausgemessenen Veränderungsvorgänge aufeinander zu beziehen und die dabei ermittelten Gesetzmäßigkeiten als tatsächlich aufzuspürende Naturgesetze auszudeuten.

Die Menschheitsgeschichte hat jedoch unzählige Belege dafür, dass es bei genau dieser Vorgehensweise immer wieder absolute Fehleinschätzungen gab; was „gestern“ noch als ein unumstößlich gültiges Wirklichkeitsverständnis galt wurde durch exakteres Erforschen der tatsächlichen Zusammenhänge als Irrtum entlarvt.

Also auch hier wieder das Fazit: Immer muss, was „immateriell gefolgert/geschlossen wird“ abgeglichen werden mit jeder tatsächlich durchgeführten Beobachtung.        

 

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